Washing eines Modells nennt man den Vorgang, indem eine Farbbrühe auf das Modell aufgetragen wird. Meist verwendet man dazu Terpentin Ersatz oder Terpentin Öl. Im Terpentin wird Künstler Ölfarbe zu einer Brühe gelöst. Diese Brühe wird Großflächig auf das Modell aufgetragen. Manchmal kann auch punktuell nachgearbeitet werden.
Ziel ist, das sich die Farbpigmente in sämtliche Vertiefungen des Modells sammeln und der Terpentin spurlos verfliegt. So kann ein Verschmutzungseffekt oder Wasserablaufstellen dargestellt werden. Meist muss der Vorgang mehrmals wiederholt werden. Achtung: Die Farbbrühe sollte nicht sehr deckend zubereitet werden, lieber mehrmals durchführen. Nicht alle Farben vertragen ein Terpentin Washing. Vorsicht ist generell angesagt bei Farben auf Wasser Basis (Vallejo, LiveColor..). Tamiya Acryl Farben vertragen jedes Washing.
Eine einfache aber wirkungsvolle Methode, Farbabplatzer im Modell darzustellen, ist das Modell vorher mit einer eisengrau-metallic farbenen Grundierung (am besten aus der Spraydose, Autozubehör) zu versehen und nach der Durchtrocknung an den ausgesuchten Stellen einfach Abdecklack (z.B. LUCAS aus dem Baumarkt mit dem Biber) aufzubringen und das Modell anschließend zu lackieren. Nach Aufbringen der Decals kann nun der Abdecklack mit einem Radiergummi entfernt und die Detailbemalung, Washing, etc. durchgeführt werden. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass wie „in echt“ die Grundfarbe auch tatsächlich unter dem Decklack liegt und nicht oben drauf gekleistert wird.
Für die Darstellung groberen Schmutzes (vor allem im Wannen- und Laufwerksbereich) verwende ich sehr gerne fein gesiebte Gartenerde, die ich in einer Mischung aus Weißleim und Wasser verquirle. Als ergänzung kann man noch ein paar Teile Static-Grass mit reinhauen, muß aber nicht sein. Diese Mischung wird nun mit einem groben Pinsel aufgetragen. Der Verschmutzungsgrad kann durch Zugabe bzw. Weglassen von Wasser entsprechend geändert werden. Vorteil bei dieser Methode ist, dass nicht unbedingt farblich nachbehandelt werden muß, da die Farbe echt „echt“ ist.
Hier scheiden sich ja, wie so oft die Geister. Meine bevorzugte Methode zur Bemalung von Panzerketten ist folgende : Die Kette wird in Acrylos Vallejos Air „BlackBrown“ komplett gebrusht. Anschließend erhält die Kette ein schwarz/braunes Washing. Danach werden die Kettenhörner und alle anderen Stellen, an denen tatsächlich Metallabrieb vorkommt, mit einem weichen Bleistift behandelt. Zum Schluß kann die Kette noch entsprechend verschmutzt werden. Vergessen sollte man nicht (sofern vorhanden) den schwarzen Abrieb, der bei Gummilaufrollen entsteht. Diesen Stelle ich mit Hilfe von schwarzen Pigmenten dar.
Um vor allem bei einfarbigen Lackierungen ein bischen „Leben in die Bude“ zu bringen und der Langweiligkeit vorzubeugen, kann man so genannte Farbfilter einsetzen. Hierbei wird nach der Lackierung im Grundton erst mal eine Lage Klarlack aufgebracht. Am besten Acryl, da dieser von „normalen“ Verdünnungen nicht angegriffen wird. Nun werden kleine Tupfer Ölfarben in allen möglichen Farben (auch blau, rot, gelb, usw.) mit dem Zahnstocher unregelmäßig aufgetragen. Anschließend nimmt man einen in Verdünnung getauchten Flachpinsel und „trommelt“ auf die Tupfen so lange, bis diese ineinander verschmelzen. Diese Technik wendet man am besten Blech für Blech an und bewegt sich einmal rund ums Modell um keinen Bereich aus zu lassen. Auch hier gilt : Weniger ist oft mehr ! Wenn Du mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden bist, lieber nochmal wiederholen. Ist immer besser, als eine verhunzte Stelle zu korrigieren.
Für viele Modellbauer ist die Bemalung der Gummilaufrollen ein echter Graus, da dieses in der Regel (Beispiel Panzer IV 32 Stück + Stützrollen !) sehr zeitintensiv ist. Da aber meistens der Laufwerksbereich eh verschmutzt wird ist von diesem Aufwand am fertigen Modell oftmals fast oder gar nichts mehr zu sehen. In diesen Fällen mache ich es mir ganz einfach : Ich lackiere alle Räder komplett in mattschwarz aus der Spraydose (Autozubehör). Nach der Durchtrocknung brushe ich die gewünschte Farbe von der Nabe aus beginnend in kreisförmiger Bewegung dünn nach außen und wiederhole diesen Vorgang ein – zweimal. So habe ich gleichzeitig einen schönen ersten Alterungseffekt. Und wenn dann die Verschmutzung aufgebracht ist, fällt das gar nicht auf. Aber urteilt selbst :
Um z.B. Rücklichter oder ähnliches aus Glas realistisch im Modell darzustellen, bemale ich zunächst das Bauteil in der gewünschten Grundfarbe. Nach Trocknung setze ich mit dem Zahnstocher einen kleinen Tropfen Sekundenkleber auf. In der Regel trocknet der mit einem winzigen „Bauch“ durch und verstärkt den Eindruck einer Glasabdeckung
Drybrushing nennt man die Technik, in dem ein fast trockener Pinsel über die erhabenen Teile des Modells gestrichen wird.
Ziel bei dieser Technik ist es, Lichteffekte (Highlights) darzustellen.
Hierzu verwendet man entweder Ölfarben oder Enamelfarben heller Töne (abgestimmt auf den Grundton) und einen flachen Pinsel. Dieser wird mit der Farbe benetzt und auf einem Stück Pappe oder Küchenkrepp ausgestrichen, bis fast keine Farbe mehr anhaftet. Es sollte erst nach mehrmaligen darüber streifen ein Farbeffekt zu sehen sein, um sicher zu gehen, das Modell nicht zu verkleistern. Mit diesem Pinsel werden nun die erhabenen Stellen, Ecken und Kanten des Modells überstrichen. Wie gesagt, weniger ist oft mehr ! Lieber einen Vorgang wiederholen als durch zu viel Farbe das Modell zu versauen ! Drybrushing wird in der Regel nach dem Washing aufgebracht, dadurch entsteht ein wunderbarer Kontrast zwischen den durch das Washing entstandenen dunkel hervorgehobenen tiefen Bereichen und den hellen Highights.
Vor einiger Zeit ist hier bereits ein Guide zum Thema Figurenmalen erschienen. Wir wollen an dieser Stelle einfach darauf verweisen, da er immer noch aktuell ist. Einfach hier klicken.